Basisinformationen - Wie funktioniert eine Bauschuttdeponie? Welche Abfälle werden hier eingelagert?

Auf der Bauschuttdeponie werden nur mineralische Abfälle angenommen, welche in der Regel aufgrund ihrer Schadstoffbelastung nicht recyclingfähig sind.

Die Anlieferung und Einlagerung von mineralischen Abfällen (zum Beispiel nicht recyclingfähiger Bauschutt) erfolgt nach einem geregelten Annahmeverfahren. Lesen hier mehr darüber, wie das funktioniert, wie der WBL auf der Deponie arbeitet und was eine Bauschuttdeponie konkret bedeutet.

Wie funktioniert eine Bauschuttdeponie? Wie werden ankommenden Abfälle kontrolliert und eingelagert?

Die Annahme und Einlagerung von mineralischen Abfällen auf der Deponie erfolgt anhand eines strickten Kontrollverfahrens. Dadurch soll sichergestellt werden, dass nur Abfälle angenommen werden, die hier auch entsorgt werden dürfen. Außerdem muss genau dokumentiert werden, an welchen Stellen welche Abfälle wann eingelagert wurden.

Vor der eigentlichen Annahme muss vom Abfallerzeuger eine sogenannte Deklaration vorgelegt werden. Diese beschreibt den Abfall, dessen Menge sowie die Art und Weise der Probenentnahme aus dem Abfall als Nachweis über deren Repräsentativität. Von der entnommenen Probe ist eine Laboranalyse zu erstellen. Laboranalytisch werden standardisierte Schadstoffparameter bestimmt, deren Konzentrationen auf Übereinstimmung mit der Genehmigung der Deponie zu überprüfen sind. Erst nach Vorlage dieser Deklaration und Prüfung auf Einhaltung der genehmigungsrechtlichen Auflagen ist eine Annahme auf der Deponie überhaupt möglich.

Abfälle durchlaufen dann weiterhin auf der Deponie verschiedene Stationen, ehe Sie hier eingelagert werden können. Hier erklären wir den Weg des mineralischen Abfalls (zum Beispiel nicht recyclingfähiger Bauschutt) von der Baustelle bis zur endgültigen Einlagerung auf der Deponie in Bildern und als Infografik:

Ursprung des Abfalls: Auf einer Baustelle in Ludwigshafen fallen mineralische Abfälle an, die auf der Deponie entsorgt werden müssen. Sie werden auf LKW verladen und zur Deponie transportiert.

Station 1: Abfallanlieferung: Die LKWs mit mineralischen Abfällen treffen auf dem Deponiegelände ein.

Station 2: Annahmeprüfung an der Waage: Hier werden die ankommenden LKWs und die Papiere der Abfälle zunächst überprüft. Hier wird geschaut, von welcher Baustelle die Abfälle kommen und ob diese bereits bei der Deponie angemeldet ist. Außerdem wird kontrolliert, ob die Papiere vollständig sind, das Gesamtgewicht der Ladung nicht überschritten wird und ob es äußerliche Auffälligkeiten gibt (zum Beispiel Fremdstoffe in der Ladung, defekte Ablagerungsbehälter (sogenannte Bigbags etc.). Werden hier Unregelmäßigkeiten entdeckt, wird die Annahme zunächst verweigert.

Station 2: Annahme und Verwiegung: Sind die Papiere und Ladungen in Ordnung wird der LKW gewogen und im System der Deponie registriert. Darin werden die Fahrzeug- und Anlieferungsdaten sowie der Abfallort erfasst.

Station 3: Zuweisung zur Entladestelle: Mit den Informationen der vorherigen Kontrollen wird festgelegt, an welcher Stelle der LKW die Abfälle abladen kann. Der LKW löscht seine Ladung und verlässt das Deponiegelände durch die Reifenwaschanlage.

Station 4: Entladung und zweite Kontrolle: Nach der Entladung auf einer zugewiesenen Abladestation wird das Material erneut kontrolliert. Sind Fremdstoffe enthalten? Wie ist die Konsistenz? Gibt es Beschädigung an Transportbehältern (BigBags)? Die Abladung darf nur unter Aufsicht von geschulten Deponiemitarbeiterinnen und -mitarbeitern erfolgen.

Station 5: Bereitstellung: Bevor die Abfälle dann konkret auf der Deponie eingelagert werden, werden sie am Ort der Abladung nochmals eingehender geprüft. Es werden Proben entnommen und durch eine Labor untersucht. So wird sichergestellt, dass der angelieferte Abfall mit der Deklaration übereinstimmt und dass alle Grenzwerte der Deponie eingehalten werden.

Station 6: Einbau, Endlagerung: Erst wenn alles genau geprüft und in die Werte im System der Deponie registriert wurden, erfolgt die konkrete Endeinlagerung in der Deponie. Es wird genau festgelegt, an welcher Stelle die Abfälle eingelagert werden. Diese sogenannte Einbauposition wird nach Lage und Höhe genau dokumentiert. So können die Experteninnen und Experten des WBL jederzeit genau Auskunft darüber geben, wo genau, wann welcher Abfall eingelagert wurde – auch wenn die Einlagerungen bereits Jahre zurückliegt.

Was sind wichtige Einrichtungen auf einer Deponie?

Auf dem Gelände der Deponie sind mehrere Einrichtungen für den reibungslosen Deponiebetrieb wichtig:

  • Annahmebereich / Deponiewaage: Ankommende LKWs mit mineralischen Abfällen gelangen über das öffentliche Verkehrsnetz zur Deponie und werden bei der Einfahrt auf das Deponiegelände zunächst auf einer Waage im Bereich der Bürocontainer verwogen. Hier wird ermittelt, wie viel Abfall der LKW geladen hat und es werden die notwendigen Papiere zur sicheren Einlagerung überprüft sowie die Ladung auf Übereinstimmung mit der Deklaration der Abfälle organoleptisch geprüft. (Hier finden Sie weitere Informationen zum genauen Einlagerungsprozess).

  • Reifenwaschanlage: Nachdem die LKWs ihre Ladung an den Entladestationen abgeladen haben, fahren sie vor dem Verlassen der Deponie durch eine Reifenwaschanlagen. Dadurch wird vermieden, dass die LKWs den Dreck und Staub der Deponie auf die öffentlichen Straßen tragen und damit die Nachbarschaft belästigen.

  • Ein Tankwagen auf den Straßen der Deponie: Auf der Deponie ist ganzjährig ein Tankwagen unterwegs, der die Straßen der Deponie befeuchtet. Dadurch wird die Staubentwicklung, die beim Abkippen der Abfälle und durch den LKW-Verkehr aufgewirbelt wird, zum Schutz der Nachbarschaft reduziert.

  • Sickerwassersystem: Das im Deponiekörper anfallende Wasser wird getrennt über eine Sickerwasserdränage gefasst und durch ein geschlossenes Rohrsystem als Abwasser abgleitet.

  • Setzungspegel, Grundwasser- und Gasmessstellen: In der Nachsorgephase, also wenn der aktive Deponiebetrieb abgeschlossen ist, werden sog. Setzungspegel auf dem Areal verteilt, um überprüfen zu können, ob die Deponie in Bewegung ist. Außerdem gibt es spezielle Messstellen, an denen unter Berücksichtigung der Genehmigung regelmäßig Grundwasser- und Gasproben entnommen und laboranalytisch auf Schadstoffe überprüft werden (Grundwasser- und Gasmessstellen).

  • Klimamessstation: Hier werden klimarelevanten Daten gesammtelt. Deren Aufnahme und Beobachtung ist durch die Deponieverordnung (DepV) vorgegeben.

Welche Abfälle werden dort gelagert?

Umweltexperten sprechen bei der Einlagerung von Abfällen auch vom "Einbau" dieser Abfälle. Entsprechend wird in der LAGA (Länderarbeitsgemeinschaft Abfall) sowie in der Deponieverordnung, die die Einrichtung und den Betrieb von Deponien regelt (Die Deponieverordnung finden Sie hier), von sogenannten Einbauklassen beziehungsweise Deponieklasse gesprochen. Die Folgende Abbildung zeigt die unterschiedlichen Einbauklassen und gegebenenfalls notwendige Einlagerungsmaßnahmen in der Übersicht:

Die Abfälle werden anhand ihrer Schadstoffbelastung in Einbauklassen zugeordnet. Je nach Höhe der Schadstoffbelastung darf der Einbau von Abfällen unterschiedlich erfolgen – auch dies ist in der LAGA und in der Deponieverordnung klar geregelt. In Rheinland-Pfalz sind darüber hinaus weitere Regelwerke (zum Beispiel die ALEX-Informationsblätter, Sie finden diese hier) zu beachten.

  • Abfälle der Einbauklasse Z0 und Z1 haben etwa eine sehr geringe bis geringe Schadstoffbelastung und können in der Regel außerhalb von Deponien abgelagert werden.
  • Abfälle der Einbauklasse Z2 haben höhere Schadstoffbelastungen. Sie können auch außerhalb von Deponien abgelagert werden. Dabei sind technische Sicherungsmaßnahmen (zum Beispiel Abdeckung zur Absicherung gegen versickerndes Regenwasser) erforderlich. Eine solche Verwertung findet häufig etwa im Straßenbau statt.
  • Ab Deponieklasse I (DKI) beginnen die eigentlichen Deponieklassen. Diese Materialien dürfen nicht mehr „frei“ eingebaut werden.

Die Einbauklassen sind somit ein Hinweisgeber dafür, wie hoch die Schadstoffbelastungen der Abfälle sind, die auf der jeweiligen Deponie eingelagert werden.

Die Deponie Hoher Weg II wird wie die bestehende Deponie Hoher Weg I eine Deponie der sogenannten Deponieklasse I. Dies entspricht in etwa der alten Bezeichnung „Bauschuttdeponie“. Es werden dort ausschließlich mineralische Abfälle abgelagert, die nicht wiederverwertet werden können und die deshalb dem Wirtschaftskreislauf entzogen werden müssen.

Ein Blick auf die Abbildung der Einbauklassen zeigt, dass diese mineralischen Abfälle Schadstoffbelastungen aufweisen werden – und so zu den sog. „gefährlichen Abfällen“ gehören können. Wann ein Abfall als gefährlich eingestuft wird, hängt von vielen Faktoren, allen voran von Grenz- und Messwerten ab, die je nach Rechtsgrundlage der Länder und somit je nach Standort einer Deponie stark variieren. Wie stark das unter Umständen schwanken kann, zeigt die folgende Abbildung: Hier wurde exemplarisch der Gehalt von Polycyclischen Aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) in mineralischen Abfällen herausgegriffen und aufgeschlüsselt, ab welchen Grenzwerten diese Abfälle wo als gefährlich eingestuft werden.
 

Es wird deutlich, dass mineralischer Abfall in Rheinlandpfalz bereits ab einem Gehalt von 30 mg/kg TM als gefährlich eingestuft wird, während er in Baden Württemberg erst ab 200 mg/kg TM als gefährlicher Abfall gilt.

Das bedeutet: In Rheinlandpfalz, wo ein schärferer Grenzwert angelegt wird, werden bestimmte mineralische Abfälle bereits viel früher als gefährliche Abfälle bezeichnet, als etwa in Baden Württemberg. Gefährliche Abfälle haben also je nach Standort der Deponie höchst unterschiedliche Schadstoffbelastungen.

Werden nun gefährliche Abfälle auf der Deponie Hoher Weg II eingelagert, so bedeutet dies im Vergleich zu anderen Bundesländern nicht, dass sie objektiv eine hohe Schadstoffbelastung aufweisen müssen.

Weitere Beispiele für Grenzwerte von Schadstoffen in mineralischen Abfällen, die auf Deponien der Klasse I eingelagert werden können, finden Sie in der Deponieverordnung.

Welche Zahlen, Daten, Fakten zur neuen Deponie gibt es?

Ablagerungsvolumen: Der Bedarf für die Deponie Hoher Weg II richtet sich nach den Prognosen für die im Bereich Ludwigshafen in den kommenden 25 Jahren anfallenden mineralischen Abfälle. Derzeit wird von einem benötigten Ablagerungsvolumen von rd. 100.000 m³ / Jahr ausgegangen, das entspricht insgesamt rd. 2,5 Mio. m3 für 25 Jahre.

Deponiegröße: Die Deponie Hoher Weg II wird ungefähr 18,5 Hektar groß sein. Zum Vergleich: Die bestehende Deponie Hoher Weg I ist rund 15 Hektar groß.

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