Welche Abfälle werden dort gelagert?

Umweltexperten sprechen bei der Einlagerung von Abfällen auch vom "Einbau" dieser Abfälle. Entsprechend wird in der LAGA (Länderarbeitsgemeinschaft Abfall) sowie in der Deponieverordnung, die die Einrichtung und den Betrieb von Deponien regelt (Die Deponieverordnung finden Sie hier), von sogenannten Einbauklassen beziehungsweise Deponieklasse gesprochen. Die Folgende Abbildung zeigt die unterschiedlichen Einbauklassen und gegebenenfalls notwendige Einlagerungsmaßnahmen in der Übersicht:

Die Abfälle werden anhand ihrer Schadstoffbelastung in Einbauklassen zugeordnet. Je nach Höhe der Schadstoffbelastung darf der Einbau von Abfällen unterschiedlich erfolgen – auch dies ist in der LAGA und in der Deponieverordnung klar geregelt. In Rheinland-Pfalz sind darüber hinaus weitere Regelwerke (zum Beispiel die ALEX-Informationsblätter, Sie finden diese hier) zu beachten.

  • Abfälle der Einbauklasse Z0 und Z1 haben etwa eine sehr geringe bis geringe Schadstoffbelastung und können in der Regel außerhalb von Deponien abgelagert werden.
  • Abfälle der Einbauklasse Z2 haben höhere Schadstoffbelastungen. Sie können auch außerhalb von Deponien abgelagert werden. Dabei sind technische Sicherungsmaßnahmen (zum Beispiel Abdeckung zur Absicherung gegen versickerndes Regenwasser) erforderlich. Eine solche Verwertung findet häufig etwa im Straßenbau statt.
  • Ab Deponieklasse I (DKI) beginnen die eigentlichen Deponieklassen. Diese Materialien dürfen nicht mehr „frei“ eingebaut werden.

Die Einbauklassen sind somit ein Hinweisgeber dafür, wie hoch die Schadstoffbelastungen der Abfälle sind, die auf der jeweiligen Deponie eingelagert werden.

Die Deponie Hoher Weg II wird wie die bestehende Deponie Hoher Weg I eine Deponie der sogenannten Deponieklasse I. Dies entspricht in etwa der alten Bezeichnung „Bauschuttdeponie“. Es werden dort ausschließlich mineralische Abfälle abgelagert, die nicht wiederverwertet werden können und die deshalb dem Wirtschaftskreislauf entzogen werden müssen.

Ein Blick auf die Abbildung der Einbauklassen zeigt, dass diese mineralischen Abfälle Schadstoffbelastungen aufweisen werden – und so zu den sog. „gefährlichen Abfällen“ gehören können. Wann ein Abfall als gefährlich eingestuft wird, hängt von vielen Faktoren, allen voran von Grenz- und Messwerten ab, die je nach Rechtsgrundlage der Länder und somit je nach Standort einer Deponie stark variieren. Wie stark das unter Umständen schwanken kann, zeigt die folgende Abbildung: Hier wurde exemplarisch der Gehalt von Polycyclischen Aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) in mineralischen Abfällen herausgegriffen und aufgeschlüsselt, ab welchen Grenzwerten diese Abfälle wo als gefährlich eingestuft werden.
 

Es wird deutlich, dass mineralischer Abfall in Rheinlandpfalz bereits ab einem Gehalt von 30 mg/kg TM als gefährlich eingestuft wird, während er in Baden Württemberg erst ab 200 mg/kg TM als gefährlicher Abfall gilt.

Das bedeutet: In Rheinlandpfalz, wo ein schärferer Grenzwert angelegt wird, werden bestimmte mineralische Abfälle bereits viel früher als gefährliche Abfälle bezeichnet, als etwa in Baden Württemberg. Gefährliche Abfälle haben also je nach Standort der Deponie höchst unterschiedliche Schadstoffbelastungen.

Werden nun gefährliche Abfälle auf der Deponie Hoher Weg II eingelagert, so bedeutet dies im Vergleich zu anderen Bundesländern nicht, dass sie objektiv eine hohe Schadstoffbelastung aufweisen müssen.

Weitere Beispiele für Grenzwerte von Schadstoffen in mineralischen Abfällen, die auf Deponien der Klasse I eingelagert werden können, finden Sie in der Deponieverordnung.

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