Wie funktioniert eine Bauschuttdeponie? Wie werden ankommenden Abfälle kontrolliert und eingelagert?

Die Annahme und Einlagerung von mineralischen Abfällen auf der Deponie erfolgt anhand eines strickten Kontrollverfahrens. Dadurch soll sichergestellt werden, dass nur Abfälle angenommen werden, die hier auch entsorgt werden dürfen. Außerdem muss genau dokumentiert werden, an welchen Stellen welche Abfälle wann eingelagert wurden.

Vor der eigentlichen Annahme muss vom Abfallerzeuger eine sogenannte Deklaration vorgelegt werden. Diese beschreibt den Abfall, dessen Menge sowie die Art und Weise der Probenentnahme aus dem Abfall als Nachweis über deren Repräsentativität. Von der entnommenen Probe ist eine Laboranalyse zu erstellen. Laboranalytisch werden standardisierte Schadstoffparameter bestimmt, deren Konzentrationen auf Übereinstimmung mit der Genehmigung der Deponie zu überprüfen sind. Erst nach Vorlage dieser Deklaration und Prüfung auf Einhaltung der genehmigungsrechtlichen Auflagen ist eine Annahme auf der Deponie überhaupt möglich.

Abfälle durchlaufen dann weiterhin auf der Deponie verschiedene Stationen, ehe Sie hier eingelagert werden können. Hier erklären wir den Weg des mineralischen Abfalls (zum Beispiel nicht recyclingfähiger Bauschutt) von der Baustelle bis zur endgültigen Einlagerung auf der Deponie in Bildern und als Infografik:

Ursprung des Abfalls: Auf einer Baustelle in Ludwigshafen fallen mineralische Abfälle an, die auf der Deponie entsorgt werden müssen. Sie werden auf LKW verladen und zur Deponie transportiert.

Station 1: Abfallanlieferung: Die LKWs mit mineralischen Abfällen treffen auf dem Deponiegelände ein.

Station 2: Annahmeprüfung an der Waage: Hier werden die ankommenden LKWs und die Papiere der Abfälle zunächst überprüft. Hier wird geschaut, von welcher Baustelle die Abfälle kommen und ob diese bereits bei der Deponie angemeldet ist. Außerdem wird kontrolliert, ob die Papiere vollständig sind, das Gesamtgewicht der Ladung nicht überschritten wird und ob es äußerliche Auffälligkeiten gibt (zum Beispiel Fremdstoffe in der Ladung, defekte Ablagerungsbehälter (sogenannte Bigbags etc.). Werden hier Unregelmäßigkeiten entdeckt, wird die Annahme zunächst verweigert.

Station 2: Annahme und Verwiegung: Sind die Papiere und Ladungen in Ordnung wird der LKW gewogen und im System der Deponie registriert. Darin werden die Fahrzeug- und Anlieferungsdaten sowie der Abfallort erfasst.

Station 3: Zuweisung zur Entladestelle: Mit den Informationen der vorherigen Kontrollen wird festgelegt, an welcher Stelle der LKW die Abfälle abladen kann. Der LKW löscht seine Ladung und verlässt das Deponiegelände durch die Reifenwaschanlage.

Station 4: Entladung und zweite Kontrolle: Nach der Entladung auf einer zugewiesenen Abladestation wird das Material erneut kontrolliert. Sind Fremdstoffe enthalten? Wie ist die Konsistenz? Gibt es Beschädigung an Transportbehältern (BigBags)? Die Abladung darf nur unter Aufsicht von geschulten Deponiemitarbeiterinnen und -mitarbeitern erfolgen.

Station 5: Bereitstellung: Bevor die Abfälle dann konkret auf der Deponie eingelagert werden, werden sie am Ort der Abladung nochmals eingehender geprüft. Es werden Proben entnommen und durch eine Labor untersucht. So wird sichergestellt, dass der angelieferte Abfall mit der Deklaration übereinstimmt und dass alle Grenzwerte der Deponie eingehalten werden.

Station 6: Einbau, Endlagerung: Erst wenn alles genau geprüft und in die Werte im System der Deponie registriert wurden, erfolgt die konkrete Endeinlagerung in der Deponie. Es wird genau festgelegt, an welcher Stelle die Abfälle eingelagert werden. Diese sogenannte Einbauposition wird nach Lage und Höhe genau dokumentiert. So können die Experteninnen und Experten des WBL jederzeit genau Auskunft darüber geben, wo genau, wann welcher Abfall eingelagert wurde – auch wenn die Einlagerungen bereits Jahre zurückliegt.

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